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Angedacht:
Auf dieser Seite finden Sie:
· Aufruf der Deutschen Bischöfe zur Fastenkollekte Misereor
· Meditatives Wort Diakon Klein
· Gedanken zum Aschermittwoch
· Neues Totengebet
· Buchbesprechung
· Gebet
· Hinweise „Heilig Rock“ und link
· Die Sonntage der Fastenzeit
· Aus einer Predigt von Monsignore Dr. Bätzing zum „Pilgern“
· Gedanken zum Kreuzweg |
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Aufruf zur Fastenaktion MISEREOR 2012
Jahrgang-Nr.: 156
Artikel-Nr.: 30
Liebe Schwestern und Brüder, am kommenden Sonntag ist MISEREOR -Sonntag. Das Leitwort unserer Fastenaktion lautet: „Menschenwürdig leben. Kindern Zukunft geben!“ Kinder in den Elendsvierteln der Welt sind auf unsere Hilfe angewiesen: Sie leiden darunter, kein sicheres Dach über dem Kopf zu haben. Essen und sauberes Trinkwasser fehlen. Dadurch sind sie besonders anfällig für Krankheiten. Schulabschluss oder Berufsausbildung bleiben vielen verwehrt. Die Startchancen ins Leben sind schlecht. Mit Ihrem Fastenopfer am MISEREOR Sonntag stellen Sie sich solidarisch an die Seite dieser Kinder und ihrer Familien. Sie unterstützen sie in ihrem Überlebenskampf. Durch Ihre Hilfe schenken Sie vielen Kindern Hoffnung auf ein menschenwürdigeres Leben. Wir deutschen Bischöfe rufen Sie dazu auf, die Arbeit von MISEREOR mitzutragen. Wir bitten Sie um Ihr Gebet und um Ihre großherzige Spende für die Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika. Bitten helfen Sie, damit wir alle gemeinsam in der Einen Welt menschenwürdig leben können.
Würzburg, den 22. November 2011
Für das Bistum Trier
Bischof von Trier |
Liebe Schwester und Brüder in unserer Pfarreiengemeinschaft!
Mit dem Aschermittwoch beginnen für uns Christen die vierzig Tage der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.
In unserem Sprachgebrauch wird diese Zeit auch als Fastenzeit bezeichnet. Schon der Prophet Jesaja (58,1-12) legt den eigentlichen Sinn des Fastens dar. Es geht nicht um öffentlich demonstrierte Verzichtsleistungen, sondern darum, unser eigenes Leben zu überdenken und – wo nötig – die Weichen neu zu stellen. Richtig verstanden, meint Fasten ein „Beten mit Leib und Seele“ (Anselm Grün). Gott lädt uns in dieser winterlichen Jahreszeit dazu ein, unter der Führung Jesu mit ihm die Wüste zu durchqueren. Bereits aus den Schriften des Alten Testamentes ist der Wüste eine tiefe, symbolische Bedeutung zugekommen. Die Wüste ist der Treffpunkt für Gott und den Menschen – oder – genauer gesagt: sie ist der ideale Ort für die tiefsten Gotteserfahrungen. Unter der Führung des Moses wurde das auserwählte Volk durch die Wüste befreit. Dort hat Gott den Bund mit diesem Volk geschlossen (Ex 24,8). Der Kern dieses Bundes ist die Sehnsucht Gottes nach den Menschen: Gott will die Menschen bei sich haben. Leider sieht die Wirklichkeit im Alltag bei uns des Öfteren ganz anders aus.
Trotz der Liebe Gottes uns Menschen gegenüber, können wir ihn immer wieder vergessen oder ausklammern.
Dies ist auch keineswegs verwunderlich in unserer von Reizen überfluteten Umwelt. Da tut es vielleicht mal gut, sich einmal neu mit Jesus auf den Weg zu Gott zu machen. Wie soll das gehen, werden Sie sich jetzt fragen? In unserer Pfarreiengemeinschaft gibt es in der österlichen Bußzeit zahlreiche unterschiedliche Gottesdienstangebote. Ein guter Einstieg in diese österliche Vorbereitungszeit wäre der Besuch eines der zahlreich in unserer Pfarreiengemeinschaft angebotenen Gottesdienste am Aschermittwoch.
Vielleicht ist es Ihnen auch möglich, neben die Hl. Messen an den Wochenenden der Fastensonntage zu besuchen. Des Weiteren bieten die zahlreich angebotenen Kreuzwegandachten am Abend in den einzelnen Pfarreien eine weitere Möglichkeit des Gebetes. Auch die am frühen Morgen oder späteren Abend in Alflen und Lutzerath angebotenen Früh-, Spätschichten für die Pfarreiengemeinschaft könnten durch ihre spirituelle Ausprägung eine Alternative für Sie sein, einmal zur Ruhe zu kommen.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie die Führung Jesu auf dem Weg durch die Wüste spüren, damit Sie Gott begegnen und ein Stück näher kommen.
Diakon Klein
Gemeindereferent Dieter Laux, Seelsorger Einrichtung St. Martin
Diakon Puth
Diakon Klein
Pater Medryk, Kooperator
Pfarrer Daun, Kooperator
Pfarrer Mai, Pfarrer in solidum
Dechant Fuß, Moderator |
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Aschermittwoch:
Liebe Gemeinde!
Ich möchte Ihnen einen lebensnahen Zugang zum Symbol des Aschekreuzes durch eine einfache Überlegung eröffnen: Was wissen sie noch von der letzen Woche?
Wir alle haben seit dem letzten Sonntag eine Woche gelebt. Ich versuche, innerlich diese 6-7 Tage zu reflektieren und frage mich: „Was bleibt eigentlich von dieser Zeit? Was bleibt angesichts der Ewigkeit und was bleibt auch konkret in mir, in meinem Herzen, lebendig? Ich muss antworten: Es bleiben in meiner Seele vor allem zwei ganz verschiedene Momente: die „Asche“ und die „Einheit“.
Asche ist alles, was vergeht
Wenn ich mich an die vergangene Woche zu erinnern versuche, fällt mir vieles schon gar nicht mehr ein. Ich muss meinen Kalender zu Hilfe nehmen, um mich zu erinnern. Vieles in der vergangenen Woche ist schon jetzt Staub, ist bereits zerfallen zu Asche. Viel Arbeiten und Hetzen. Manches Sitzen und Grübeln am Schreibtisch, manche Oberflächlichkeiten, manches mechanische Erledigen und manch leeres Gerede. Das alles ist Ausdruck von Staub, von Asche: Vorbei! Vergessen! Einfach weg!
Asche ist etwas, was durch das Feuer gegangen und verbrannt ist.
Das Verbrannte ist weg. Das Verglühte ist vergessen. Übrig geblieben ist nur grauer, schwarzer Staub.
Einheit ist alles, was bleibt
Und dann gibt es da das andere: die „Einheit“. Ich denke an Momente, in denen ich gewissermaßen mit anderen eins und einig war. Ich denke an Augenblicke gegenseitigen Verstehens, wo die Trennung zwischen Menschen wie weg war: Eine Ahnung von ungehinderter Kommunikation, von Begegnung in Tiefe. Solche Momente sind nicht Asche. Solche Momente der Einheit bleiben irgendwie in meiner Erinnerung und ich bin überzeugt: Sie bleiben für immer. Sie „schmecken“ eben nach Ewigkeit.
Asche und Einheit
Liebe Gemeinde, Asche, das ist ein Symbol für alles, was vergangen und vergessen ist. Einheit, das ist das von einem Leben, das im Herzen lebendig ist, das Geschmack von Ewigkeit in sich trägt. Ich glaube, dass Sie alle beide Erfahrungen kennen.
Bei meinen Begegnungen mit Menschen, die den Tod vor Augen haben, sind es oft die leisen Worte oder nur die Mimik und Gestik eines Patienten, die mir Gott näher bringen. Eine Hand wird mir entgegengestreckt und der Kranke bittet mich, bei ihm zu bleiben, weil er Angst hat. Während ich die Hand halte, mich einige Momente hinsetze, merke ich plötzlich, dass beide ruhiger werden. Der Patient entspannt sich, und auch mir hat die kurze Zeit der Stille, des Zeit-Nehmens, gut getan. Ein innerer Friede macht sich breit. Wenn ich später leise aus dem Zimmer gehe, ist die Hektik um mich herum nicht abgeflaut, aber wieder einmal ist etwas anders.
Ich habe gemerkt, dass das Wichtigste bei meiner Suche nach Gott nicht die Suche an sich ist, sondern die Offenheit und die Bereitschaft, sich auf ihn, Gott, einzulassen, das anzunehmen, was Gott mir schenkt, und ihn auch in den kleinsten Dingen zu sehen.
Ich bin davon überzeugt, dass solche Momente der Einheit überall möglich sind. Zuhause, im Geschäft, auf der Straße, am Telefon oder im Krankenhaus: Momente in denen ich zuhöre, in denen ich verstehen will. Wo ich den Anderen an mich heran lasse, wo ich den anderen als einmaligen Menschen aufnehme, Begegnungen, in denen ich nicht nur die Sache oder ein Problem sehe, sondern den Menschen, das Gegenüber.
Menschen werden Christen
Der Aschermittwoch stellt uns diese Wahrheit unseres Lebens vor Augen. „Mensch gedenke, dass du Staub bist - und zum Staub kehrst du zurück.“ Mitten in die Asche hinein mache ich das Zeichen unserer Erlösung, das Kreuzzeichen. Die Asche wird uns am Aschermittwoch nicht irgendwie aufs Haupt gestreut. Mit der Asche, dem Zeichen der Vergänglichkeit, wird uns ein Kreuzzeichen auf die Stirn gezeichnet.
Wie alle Menschen auch erleiden wir die Vergänglichkeit, aber mitten hinein in unser Menschsein zeichnet die Kirche das Zeichen des Christseins, das Kreuz. An der Grenze, an der Schwelle des Menschlichen, wird uns so die Hoffnung auf mehr geschenkt: Menschen werden Christen, wenn sie sich dieser Grenze stellen und sich mit dem Kreuzzeichen beschenken lassen.
Bei der Taufe ist dieses kleine Zeichen des Kreuzes, mit dem Daumen auf die Stirn gezeichnet, der Beginn des Christ seins: Du bist gesegnet!
Zeichen des Lebens
in die Asche unseres Alltages
Zu diesem Kreuzzeichen sprechen wir gleich als Begleitwort den Aufruf Jesu bei seinem ersten Auftreten in Galiläa: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Der Aschermittwoch ist der Auftakt zur Vorbereitung auf das höchste Fest unseres Glaubens:
Jesus Christus hat uns durch seinen Tod am Kreuz den Weg zum Paradies eröffnet. Er ist den Weg aus dem Nichts der Vergänglichkeit gegangen in das Alles der Liebe und Einheit.
Die ganze Kirche ist mit der Fastenzeit eingeladen, neu diesen Glauben zu üben, wie in großen Exerzitien. Dazu ist „Fasten“ nötig, d.h. ein „fester werden“ in uns selbst. Ein Loslassen der vielen überflüssigen Dinge. Ein Loslassen des Kreisens um uns selbst. Wir alle kennen ja die Versuchungen unseres Ichs, das sich immer wieder aufblähen will und gerade so echte Beziehung und Begegnung verunmöglicht. Fasten, Beten und Almosen geben sind ein Weg, unser Menschsein zu öffnen für Begegnung mit mir selbst, mit Gott und mit den anderen Menschen.
Suchen wir in der kommenden Zeit - in der Asche unseres Alltags - dieses Paradies: Es ist verborgen mitten unter uns. In jeder Begegnung ist es möglich. Das Kreuz wird uns den Weg weisen aus der Asche zum Licht, denn Ostern wirft sein Licht voraus über alles Vergängliche hinweg. |
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Neues Gebetsheft für das Totengebet

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Originalausgabe: Tuesdays with Morrie
Doubleday, New York 1997
Dienstags bei Morrie. Die Lehre eines Lebens
Übersetzung: Angelika Bardeleben
Goldmann Verlag, München 1998
ISBN: 3-442-30820-8, 217 Seiten, 29.90 D
Goldmann-Taschenbuch, München 2002
ISBN: 3-442-45175-2, 217 Seiten, 8.50 € (D)
Als Mitch durch eine Fernsehsendung erfährt, dass sein alter Professor Morrie todkrank ist und bald sterben wird, beschließt er wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen. Während seiner Studienzeit waren Morrie und er nicht nur Lehrer und Schüler, sondern auch gute Freunde. Nachdem Mitch sein Studium jedoch abgeschlossen hatte, verloren sich die beiden aus den Augen.
Mittlerweile ist Mitch Mitte 30, Sportreporter und verheiratet. Als er zum ersten Mal nach der langen Zeit wieder bei Morrie vor der Türe steht, ist er schockiert. Sein alter Lehrer ist bereits stark von seiner Krankheit gezeichnet und ihm bleiben nur noch wenige Monate. In diesen letzten Monaten treffen sich Morrie und Mitch jedoch regelmäßig – Jeden Dienstag reden sie über das Leben, die Kultur, Religion, Familie, Arbeit und Verzeihen. Durch diese letzte Lektion, lernt Mitch das Leben von einer anderen Seite aus zu betrachten. Er lernt die wichtigen Dinge im Leben zu erkennen und die Unwichtigen beiseite zu schieben.
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Lebendiger Gott, öffne unsere Herzen, damit wir das Wehen Deines Geistes spüren, öffne unsere Hände, damit wir sie unseren Mitmenschen entgegenstrecken, öffne unsere Lippen, damit Freude und Wunder des Lebens über sie fließen, öffne unsere Ohren, damit wir deinen Schmerz in unserem Menschsein hören, öffne unsere Augen, damit wir Christus im Freund wie im Fremden erkennen, gib uns deinen Geist ein und berühre unser Leben mit dem Leben Jesu Christi. Amen.
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Gebet zur Vorbereitung der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012
Jesus, unser Bruder und Herr uns steht das schlichte Gewand vor Augen, das du auf Erden getragen hast. Es ist uns ein kostbares Erbe und eine lebendige Erinnerung an dich. Ohne Naht gewebt verweist es auf dich, wahrer Gott und wahrer Mensch: Du bist der Weg, den sich der Vater in der Mitte der Zeit zu uns Menschen gebahnt hat. Unzerteilt bewahrt verweist es auf dich, den der Tod nicht bezwingen konnte: Als guter Hirt sammelst du die zerstreuten Kinder Gottes und führst sie auf dem Weg zum Vater. Dein Gewand ist eins, Zeichen einer erlösten Welt und Zeichen für die Einheit deiner Christenheit, um die du inständig gebetet hast. Schenke uns mit der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ein geistliches Ereignis, das die Menschen über alle Grenzen hinweg in Frieden zusammenführt, das deine Kirche im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe stärkt und uns im Bistum Trier zum Aufbruch ermutigt mit dir und auf dich hin für die Menschen und für Gottes Reich.
Jesus Christus, Heiland und Erlöser; erbarme Dich über uns und über die ganze Welt;
Gedenke Deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist. Amen. |
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Sonntage in der Fastenzeit
Die sechs Sonntage in der Fastenzeit haben ihre Namen in der Regel von den Anfängen der lateinischen Introituspsalmen:
Invocavit –
Er ruft mich, darum will ich ihn erhören. (Ps 91,15)
Reminiscere –
Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit! (Ps 25,6)
Oculi –
Meine Augen sehen stets auf den Herrn. (Ps 25,15)
Laetare –
Freuet euch mit Jerusalem! (Jes 66,10)
Judica –
Gott, schaffe mir Recht! (Ps 43,1)
Palmarum –
Palmsonntag (Joh 12,12–19)
Der Merkspruch lautet:
„In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“.
(Invocavit – Reminiscere – Oculi – Laetare – Judica – Palmarum) |
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Aus einer Predigt
von Msgr. Dr. Georg Bätzing, Trier
Die folgende Geschichte fand ich bei Henri Nouwen (1932-1996), einem bekannten Priester und Theologieprofessor, der an renommierten amerikanischen Hochschulen lehrte, bevor er sich in den letzten Jahrzehnten seines Lebens entschloss, seine Kraft für eine Gemeinschaft von behinderten und nichtbehinderten Menschen zur Verfügung zu stellen und dort zu leben. Die Geschichte handelt von Trevor, einem behinderten jungen Mann, mit dem Henri Nouwen im Lauf der Jahre Freundschaft schloss. „Er hing an mir", berichtet Nouwen, „ich hing an ihm." Sobald mich Trevor irgendwo sah, lief er mir strahlend entgegen. Oft ging er auf eine Wiese oder ein Feld und pflückte Blumen für mich. Er wollte beim Gottesdienst immer Ministrant sein und hatte ein feines Gespür für die Zeremonien. Als Trevor einmal längere Zeit in einer Klinik verbringen musste, wollte ich ihn besuchen. Ich rief den Klinikseelsorger an, der mich hoch erfreut fragte, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er ein paar Priester aus der Umgebung und einige Ärzte, Schwestern und Pfleger zu einem kleinen gemeinsamen Mittagessen mit mir einladen würde. „Selbstverständlich", sagte ich, „das wäre doch schön!" Als ich dann in die Klinik kam, erwarteten mich ungefähr 25 Leute, die mich freundlich begrüßten. Ich schaute mich um, aber Trevor konnte ich nicht finden. Deshalb sagte ich: „Können Sie mir sagen, wo Trevor ist? Ich bin ja eigens gekommen, ihn zu besuchen." Der Klinikseelsorger erwiderte: „Nach dem Mittagessen können Sie zu ihm gehen." Da fragte ich ihn erstaunt: „Haben Sie ihn denn nicht zum Essen eingeladen?" „Nein", antwortete er, „das ist nicht möglich. Wir haben das Goldene Zimmer zu diesem besonderen Anlass reserviert. Patienten dürfen da nicht hinein. Es ist für Klinikpersonal reserviert." „Das tut mir Leid", sagte ich, „aber ich möchte nur mit Ihnen zusammen essen, wenn auch Trevor dabei sein kann. Wir sind nämlich gute Freunde." Eine gewisse Ratlosigkeit entstand. Aber nach einigem Geflüster bekam ich zu hören, dass ich Trevor in das Goldene Zimmer mitnehmen könne. Bald darauf traf ich ihn im Park der Klinik, wie immer auf der Suche nach Blumen. Kaum hatte er mich erkannt, lachte er übers ganze Gesicht und lief mir entgegen: „Henri, ich habe Blumen für dich. Wir beide kamen als Letzte zu der schön gedeckten großen Tafel. Nach dem Tischgebet stand Trevor auf und ging zu einem Tisch an der Seite, auf dem viele Getränke standen. „Henri, ich will ein Cola", sagte er, ohne lange zu überlegen. Ich schenkte ihm ein Glas ein, nahm mir selbst ein Glas Wein und nahm wieder Platz. Die Tischgäste wechselten höflich ein paar Worte miteinander. Viele kannten sich nicht und stellten sich gegenseitig vor. Es herrschte eine etwas steife Atmosphäre. Bald war ich mit meinem rechten Tischnachbarn in ein Gespräch vertieft und achtete nicht weiter auf Trevor, der plötzlich aufstand, sein Glas Cola nahm, es erhob und mit lauter Stimme und breitem Lachen sagte: „Meine Damen und Herren zum Wohl'" Schlagartig verstummte das Gespräch. Alle blickten verblüfft und etwas unsicher auf den behinderten jungen Mann. Ich konnte leicht ihre Gedanken lesen: „Was kommt denn wohl jetzt?" Aber Trevor ließ sich nicht beirren. Er blickte alle an und sagte: Erhebt euer Glas!" Das taten alle und dann, als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt, fing er an zu singen: „Wenn du glücklich bist und du weißt es .... erheb dein Glas. Wenn du glücklich bist und du weißt es, wenn du glücklich bist und du weißt es erheb dein Glas!" Während er so sang, beobachtete ich, wie sich die gespannten Mienen der Gäste lösten. Bald stimmte der Eine oder Andere sogar in Trevors Lied ein. Zuerst zaghaft, dann lauter. Und schließlich standen alle auf und sangen fröhlich mit, während Trevor dirigierte. Durch Trevors Trinkspruch war die Stimmung im Goldenen Zimmer plötzlich wie umgewandelt. Ein Junge mit Behinderung hatte die Menschen an der großen Tafel, die einander kaum kannten, zueinander geführt und in eine gelöste Stimmung versetzt. Sein ansteckendes Lachen, seine unbeschwerte Fröhlichkeit hatten die Schranken zwischen Personal und Patient durchbrochen und eine Gemeinschaft mitfühlender Menschen geschaffen. Trevors Cola-Glas war zum Kelch des Segens" geworden. (Henri Nouwen, Der Kelch unseres Lebens Ganzheitlich Mensch sein, Freiburg 2008, S. 69-73.) Das „Goldene Zimmer“, in dem dieses Wunder auch heute geschieht, ist der Abendmahls-saal. Wir sind die Gäste. Es ist unser Herr der bei diesem Mahl den Kelch erhebt und den Trinkspruch sagt: „Mein Leib, mein Blut, zu eurem Wohl, für euer Leben.“ Schon zuvor hat er die Grenzen geöffnet, die Hürden niedergelegt, die wir zwischen uns aufgebaut haben. Gast an seinem Tisch kann nur sein, wer zulässt, dass der Herr und Meister ihm den Schmutz von den Füßen wäscht, die Last von der Seele nimmt, den Druck der Schuld vom Herzen. Die Liebe Christi befreit uns von alledem. Die Liebe Christi verbindet uns, wenn wir am Altar zu seinem Gedächtnis tun, was er im Abendmahlssaal getan hat. Also: Zum Wohl - auf unser Leben! Wie bei der „Heilig Rock Wallfahrt“1996 sind auch 2012 die Matthiaspilger zu einem gemeinsamen Pilgertag eingeladen. Man sollte sich SAMSTAG, den 21.April vormerken. Das Programm wird im nächsten Pilgerbrief vorgestellt. Eckpunkte sind die gemeinsame Eucharistie mit allen anderen Pilgern und als Abschluss die Vesper in St. Matthias um 15.00 Uhr.
Pilgerbrief 2, 2011.
Pilgerdienste, Abtei St. Matthias,
54290 Trier, Tel.: 0651 / 17090, Fax 1709243
Verantwortlich:
Hubert Wachendorf OSB, Pilgerpfarrer
E-mail: smb@abteistmatthias.de |
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Erlösung - Gedanken zum Kreuzweg
Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend nimmt seit 54 Jahren auf besondere Weise das Leiden Jesu in den Blick – der Heilige Rock, das Gewand Jesu, das in Trier liegt, führt uns diesen Leidensweg ganz konkret vor Augen.
Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend verwebt seit 54 Jahren auf seine Weise den Glauben an die Erlösung mit dem eigenen Leben – der Heilige Rock zeigt, dass es wahrhaftig um das Leben geht.
Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend überwindet Grenzen – Landesgrenzen (lange Jahre die deutsch-deutsche), konfessionelle Grenzen und die zwischen den Generationen –, der Heilige Rock ist, ungeteilt und in einem Stück gewebt, wie nichts sonst, Zeichen für den einen Leib Jesu.
Es begann mit einem kurzen Gespräch.
Wir haben Heilig-Rock-Wallfahrt. Das könnte doch auch für den Jugendkreuzweg interessant sein. Aber eine Wallfahrt – ist das ökumenisch? Und dann noch zu einer Reliquie? Zu einem Tuch, von dem man nur weiß, dass man nichts Genaues weiß? Die Gespräche mit dem Wallfahrtsleiter, Msgr. Dr. Georg Bätzing, legten rasch offen: hier geht es um einen ganz anderen Stoff. Und der heißt Erlösung. Dieses Gewand, das uns den „Heiland und Erlöser“, wie es im Wallfahrtsgebet heißt, plastisch vor Augen führt, erinnert uns an unsere eigene Erlösung – und zugleich, wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, auch an unsere eigene Erlösungsbedürftigkeit. Denn die tagtägliche Erfahrung ist doch die: dieser Jesus, der lang erwartete Christus, hat ja nicht Leid und Not einfach mit ans Kreuz genommen; oder etwa Angst und all das, was uns von einem freien und prallen Leben in Fülle abhält – zu dem uns doch Gott eigentlich ruft – weggenommen. Aber, wenn wir ihm glauben können, dann schenkt er uns die doch Gewissheit, dass er genau auch dort schon war, und ist.
Das ist Erlösung: er löst uns so aus dem, was uns gefangen hält und von Gott fernhält.
Aus unserer Angst, aus unserer Sucht nach…, aus unserer Unbeweglichkeit und Bequemlichkeit, aus… aus … aus…! Nein. Da bleibt es eben nicht mehr „katholisch“. Das geht uns Christen alle an. Da geht’s ans Eingemachte – ans Leben. Erlösung ist ein Thema, das ist nicht von einer Denomination für sich gepachtet ist. „Er- löse uns“ ist der Ökumenische Kreuzweg der Jugend überschrieben und damit hat das Redaktionsteam das Leitwort des Vorbereitungsjahres auf die große Wallfahrt in Trier aufgegriffen. Denn genau diese Erlösung durch Jesu Tod und Auferstehen wird schon an den Menschen konkret und greifbar, die diesen Leidensweg mit ihm gehen. Erlösung bleibt nicht abstrakte Theorie und schöne, wärmende Theologie, sondern gewinnt Kontur in der menschlichen Schwachheit. Da, wo ein jeder und jede das Leben „er-strauchelt“. Welch ein Geschenk. Welch eine Ermutigung.
Und auch das eigentliche Motto der Wallfahrt im kommenden Mai, entnommen dem Kleinen Trierer Pilgergebet, „…und führe zusammen, was getrennt ist“, hat ganz viel mit dem Leben zu tun. Der Mensch, der diese Erlösung für sich annehmen kann, der darum weiß und das gut leben kann – ist der nicht ein bisschen wie dieser Rock? Eins. Eins mit sich und eins mit seinem Gott? Rund, weil er um seine Erlösungsbedürftigkeit weiß. Gelassen, weil er nicht allein damit dasteht. Froh, weil es sich so leben lässt. Restlos leben.
Weil es um das Leben geht und um uns Menschen, haben wir diesen Kreuzweg mit den wunderbaren Fotografien von Brigitte Maria Mayer illustriert (http://www.brigitte-maria-mayer.de). Sie fängt das ganze Leben mit seinen all seinen Facetten und Nuancen so spannend und ergreifend in ihren Bildern ein, die sie bei den Passionsspielen 2010 in Oberammergau geschossen hat. Diese Bilder entführen uns auf die via dolorosa vor 2000 Jahren und sind so kraftvoll und ausdrucksstark, dass sie zugleich mit dem Leben heute konfrontieren. Mich mit meinem Leben. Und um das geht´s. Um nicht mehr und nicht weniger. Noch spannender sind aber noch die Gesichter vor Ort. Dort, wo Ihr den Kreuzweg umsetzt. Betet. Feiert. Dort sickert er ins Leben eines jeden einzelnen, verwandelt die frohe Botschaft die Herzen. |
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