ein herzliches Willkommen

Pfarreiengemeinschaft Ulmen -online-

Wir stellen Ihnen gerne auch online unsere Pfarreiengemeinschaft vor; sie liegt in der schönen Eifel, im Land der Thermen und Maare, genau zwischen den beiden Universitäts- und Hochschul-Städten Trier und Koblenz.

Dem Leitbild unseres Pastoralplanes entsprechend, wollen wir mit Gott und den Menschen vor Ort, in der Zeit von heute Kirche sein. Inklusion spielt dabei für uns eine besonders wichtige Rolle, da für uns, alle Menschen (mit mehr oder weniger Beeinträchtigung) unter dem JA des Schöpfers stehen.

Bitte scheuen Sie sich nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen, denn ehren- und hauptamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen sind gerne bereit, ein Stück Ihres Lebens- und Glaubensweges mitzugehen.

Informationen und Angebote

  • Formular Messbestellungen

  • Regelung Intentionen und Messbestellungen

    • Für eine verstorbene Einzelperson (Namensnennung)
    • Für ein verstorbenes Ehepaar (Namensnennung)
    • Für verstorbene Geschwister oder Kinder (Namensnennung)
    • Aus Dank oder nach Meinung - mit Kürzel der Initialen
    • Für Lebende und Verstorbene  der Familie YXZ (Namensnennung)
    • Jede Intension wird mit € 5,00 abgerechnet
    • Bei Beerdigung; erstes Sterbeamt in Driesch am zweiten Freitag im Monat für die Verstorbenen des Vormonats ist kostenfrei, es folgen dann in der Kirche nach Wunsch das zweite und dritte Sterbeamt (nicht mehr 30er Amt oder 60er Amt oder 6 Wochenamt)
    • Trauergottesdienst, Beisetzung; 2. und 3. Sterbeamt € 20,00

    Die Bi- und Trinationsgelder (ab zweiter Namensnennung) werden an die Bischöfliche Behörde zur Persolvierung in den Missionsländern weitergeleitet.

    Um Ihr Verständnis für die geltende Regelung wird gebeten.

  • Unser Pfarrbrief

    Unser Pfarrbrief erscheint etwa zehn Mal im Jahr. Das Raster der Veröffentlichung orientiert sich an den Zeiten des Kirchenjahres und an den Schulferien. Sie können den Pfarrbrief zum Preis von 10,00 € im Pfarramt abonnieren (zuzüglich zwei Euro für den Austräger / die Austrägerin).

    Der aktuelle Pfarrbrief erscheint in der 02. Kalenderwoche (am Donnerstag, 11. Januar 2018).

    Pfarrbrief Nummer 02/2018 umfasst den Zeitraum 17. Februar 2018 bis 25. März 2018.

    Pfarrbrief Nummer 03/2018 wird den Zeitraum 23. März 2018 bis 13. Mai 2018 umfassen.

    Beiträge, die veröffentlicht werden sollen, müssen bis Mittwoch, den 07. März als PDF, Word - Dokumnet oder Bild im JPAG - Format im Pfarrbüro eingereicht werden.

    Ihr Redaktionsteam

  • Termine Erstkommunion 2018

    Kommunionandenken 2017
    Der Gottesdienst stand unter dem Thema: "Mit Jesus in einem Boot"

    Termine der Erstkommunion 2018

    Ostermontag, 02. April in Faid: Kinder aus Büchel, Dohr, Faid

    Weißer Sonntag, 08. April in Urschmitt: Kinder aus Bad Bertrich, Beuren, Gevenich, Gillenbeuren, Lutzerath, Urschmitt, Wollmerath

    Sonntag, 15. April in Alflen: Kinder aus Alflen, Auderath, Ulmen

  • Termine Vorbereitung Kommunion 2018

    Thema der Erstkommunion 2018

    Eine mündlich tradierte und später in Schriftform festgehaltene Version erzählt, dass der Fisch als christliches Erkennungszeichen verwendet wurde. Das griechische Wort für Fisch ἰχθύς (ichthýs) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis (ησοῦς Χριστός Θεοῦ Υἱός Σωτήρ):

    • ἸΗΣΟΣIēsoũs (neugr. Ιησούς Iisoús) Jesus
    • ΧΡΙΣΤῸΣChristós „Christus“ (der Gesalbte)
    • ΘΕΟTheoũ (neugr. Θεού theoú) Gottes
    • ΥἹῸΣ — Hyiós (neugr. Υιός Iós) Sohn
    • ΣΩΤΉΡSōtḗr (neugr. Σωτήρας Sotíras) Erlöser

     

    Termin zweiter Elternabend und Katechetentreffen am 23. Februar 2018

    19:00    Alflen  (Dec. Fuß und P. Majobi) in der Mehrzweckhalle Alflen

    Eingeladen sind die Kommunioneltern aller Pfarreien: Alflen / Bad Bertrich / Beuren / Büchel / Faid / Gevenich / Gillenbeuren / Ulmen / Lutzerath / Urschmitt / Wollmerath.  und ihrer Filialorte.

     

    Termine zur Vorbereitung der Erstbeichte am 24. Februar 2018


    10:00    St. Martin (Dec. Fuß)

    Vorbereitung der Kommunionkinder Ulmen und Alflen auf das Sakrament der Heiligen Beichte in der Kapelle St. Martin;


    11:00    Büchel/ Pfarrheim (P. Majobi / Dec. Fuß)

    Vorbereitung der Kommunionkinder Beuren, Büchel, Gevenich, Urschmitt, Gillenbeuren, Faid, Wollmerath, Bad Bertrich u. Lutzerath auf das Sakrament der Hl. Beichte

     

    Termine zur Erstbeichte der Kommunionkinder am 10. März 2018

     
    09:30    Alflen  (P. Majobi /  P. Lenin / P. Roman  

    Erstbeichte der Kommunionkinder Büchel / Faid

    09:30    St. Martin (Dec. Fuß / Bruder Michael)

    Erstbeichte der Kommunionkinder Alflen / Auderath in der Kapelle

    10:30    Alflen  (P. Majobi /  P. Lenin / P. Roman

    Erstbeichte der Kommunionkinder Bad Bertrich /  Beuren / Gevenich / Gillenbeuren / Lutzerath / Urschmitt / Wollmerath

    10:30    St. Martin (Dec. Fuß / Bruder Michael)

    Erstbeichte der Kommunionkinder Ulmen / Meiserich / Vorpochten in der Kapelle

  • Verstorbene Januarr 2018- aktueller Pfarrbrief -

  • Vermögensverwaltung "Pfarrei der Zukunft"

    300 Menschen kommen zu Infoveranstaltung zur Vermögensverwaltung nach Adenau
    Finanzdirektorin Kirsten Straus informierte unter anderem über die weiteren Schritte.
    Generalvikar von Plettenberg
    "Wozu sind wir Kirche?"
     

    Rund 300 Frauen und Männer waren in Adenau bei der Infoveranstaltung. Donnerstag, 21. September 2017

    Trier – Offen und mit deutlichen Worten haben einige der rund 300 Frauen und Männer Kritik und Bedenken zur geplanten Vermögensverwaltung in den Pfarreien der Zukunft bei einer Veranstaltung am 20. September vorgebracht. Der Trierer Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg und die für die Finanzen verantwortliche Direktorin im Generalvikariat, Kirsten Straus, hatten nach Adenau eingeladen. Im Juni hatte die Bistumsleitung die strategische Vorentscheidung getroffen, dass es für jede Pfarrei der Zukunft auch eine Kirchengemeinde der Zukunft geben soll.

    Dass ortsnahe Entscheidungen „geopfert“ würden, dass die ehrenamtlichen Verwaltungsräte in den großen Räumen zu Einzelkämpfern würden und es dadurch letztlich zum Verlust von ehrenamtlichen Engagement komme, benannte ein Verwaltungsrat unter dem Beifall der Anwesenden eine Sorge.

    Fragen nach den Entscheidungsstrukturen – vor Ort oder auf Ebene des Bistums – wurden ebenso thematisiert wie Bedenken, ob die Verwaltung in so großen Räumen funktionieren könne. Und auch ganz konkret wurde gefragt, was bei einer Übertragung von Vermögen in die Kirchengemeinde der Zukunft mit nicht zweckgebundenem, freiem Vermögen passiere. Vor den Wortmeldungen der Anwesenden hatte Dr. Gundo Lames, Mitglied der Steuerungsgruppe der Synodenumsetzung, bereits die Rückmeldungen und Kritiken vorgestellt, die über den Sommer beim Bistum eingegangen sind.

    Die Gegenwart mit der Zukunft aushandeln

    Kirsten Straus informierte unter anderem über die weiteren Schritte.

    Einige Bedenken konnte Finanzchefin Straus entkräften.

    In der Pfarrei der Zukunft werde es möglich sein, Verantwortung vor Ort wahrzunehmen – und das umfasse auch die Verantwortung für die Finanzen: „Wenn eine Gruppe funktioniert, sich selbst gut verwaltet: Warum sollten wir ihr dann ihre Kasse wegnehmen?“ Wer sich engagiere, müsse sich fragen „Woran hängt mein Herz?“ und sich dann entweder auf der Ebene der Gesamtpfarrei einbringen oder in kleinerem Rahmen, etwa in der Pflege eines Kirchengebäudes.

    Straus zeigte die Schritte auf, die zu gehen sind. Zunächst müsse jede bestehende Kirchengemeinde klären, was zu ihrem Vermögen gehöre, wie es genutzt werde und in welchem Zustand es sei. Dann gelte es zu unterscheiden: „Was ist belastet? Was kann in der Kirchengemeinde der Zukunft aufgehen ohne Bedingungen? Was soll erhalten bleiben oder zu bestimmten Zwecken verwendet werden?“

    Im dritten Schritt gehe es dann um die Ausstattung der Kirchengemeinde der Zukunft. Hier müssten alle „Teilhaber“ gemeinsam beraten und „die Gegenwart mit der Zukunft aushandeln“. Das sei eine „hoch anspruchsvolle Aufgabe“, gab die Finanzexpertin zu und betonte, dass die Verwaltungsräte damit nicht allein gelassen werden, sondern Unterstützung vom Bistum und weiteren Experten erhalten.

    Immer wieder kam Kirsten Straus zurück auf die Frage, was im Sinne der Synode sei und der Umsetzung dient: Natürlich seien die Sympathien für den Ansatz A – Erhalt der derzeitigen Kirchengemeinden – größer. „Aber: „Schon heute sind viele Kirchengemeinden und ihre Räte erschöpft, finanziell und inhaltlich.“ Immer wieder käme es dann zu Fusionen aus einer Schwäche heraus, und die Pfarreien der Zukunft kämen nicht zur Ruhe. Die Finanzdirektorin warb um Verständnis für ein beteiligungsorientiertes Vorgehen. Derzeit seien sogenannte Teilprozessgruppen am Arbeiten, deren Ergebnisse Einfluss hätten auf die Vermögensverwaltung: „Wir können und dürfen dieser Arbeit nicht vorgreifen.“ Und sie betonte, warum es nötig ist, jetzt die Vermögensverwaltung zu klären: „Wenn wir warten, werden finanzielle Zwänge unseren Spielraum einschränken.“ Es sei besser, jetzt tätig zu werden, „um selbstbestimmt in die Zukunft zu kommen“.

    Generalvikar von Plettenberg

    Wozu sind wir Kirche?

    Generalvikar von Plettenberg ordnete die Vermögensfrage in das Gesamtbild der Synodenumsetzung ein: Die Synode habe nach dem Auftrag der Kirche gefragt und „Wozu sind wir Kirche?“ Zwei Grundrichtungen hätten sich gezeigt:

    missionarisch zu sein, nah bei den Menschen und ihren Themen; und diakonisch zu sein, also sich für die Bedürfnisse der Menschen zu interessieren. Vermögen, Grundstücke, Immobilien oder Personal – das alles sei kein Selbstzweck, sondern diene „dem großen Ganzen“ und müsse in den Auftrag eingeordnet werden. Für das Bistum gleichermaßen wie für die Verwaltungsräte gelte es, verantwortungsvoll mit diesen Ressourcen umzugehen, „als wäre es mein eigenes Vermögen, und im christlichen Sinn, also im Auftrag der Kirche, damit sie Gutes tun kann“. Er hoffe auf die Ausrichtung auf dieses gemeinsame Ziel. „Wir wollen das kirchliche Leben vor Ort erhalten und verlebendigen – dafür brauchen wir Sie.“

    Plettenberg erläuterte, die Frage der Vermögensverwaltung sei derzeit in der nicht formalen Phase, in der die Bistumsleitung informieren, diskutieren und Vertrauen wecken wolle. Er sagte den Verwaltungsräten zu, dass es nach dem Abschluss der Infoveranstaltungen eine Dokumentation der Informationen geben werde, auf deren Grundlage dann auch vor Ort diskutiert werden könne. Wenn weitere Einzelheiten feststünden, beginne das formale Verfahren. Er sei sich bewusst, dass nicht alle Fragen zufriedenstellend beantwortet worden seien. „Aber wir haben alle Karten auf den Tisch gelegt.“ Synode bedeute „gemeinsamer Weg“. „Wir wollen und können nicht ohne Sie diesen Weg gehen“, betonte er und versprach, die Rückmeldungen und Bedenken zu berücksichtigen.

    Alle Informationen rund um die Umsetzung der Synode sind unter www.herausgerufen.bistum-trier.de zu finden. Zur Vermögensverwaltung werden vier weitere Informationsveranstaltungen angeboten:

    • am Montag, 09. Oktober in der Stadthalle Boppard
    • am Mittwoch, 11. Oktober in der Illipse Illingen
    • am Freitag, 13. Oktober im Robert Schuman Haus Trier.

    Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr und dauern bis etwa 21.30 Uhr. Zur besseren Planung bittet das Synodenbüro um Anmeldung entweder über die Internetseite www.bistum-trier.de/vermoegensfragenpdz oder im Synodenbüro unter Telefon 0651-7105-623. (JR)

"an - und nachgedacht" (Besinnliches)

  • Bischof Dr. Stephan Ackermann, Sylvester 2017 „Denkt an die Wunder, die Gott, der Herr, getan hat!“

    Liebe Mitbrüder im geistlichen Amt,
    liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

    Nicht erst die letzten Stunden des alten Jahres geben die Gelegenheit zurückzuschauen. Schon in den Tagen vor Silvester können wir in den Medien Rückblicke auf das Jahr sehen und hören. Viele Rückblicke werden uns geboten, die sich mit unserem ganz persönlichen Blick zurück verbinden. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Können Sie sagen, dass für Sie persönlich das Jahr 2017 ein gutes Jahr war: Ein Jahr, in dem Sie und die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, vor allzu schweren Situationen bewahrt geblieben sind? Ein Jahr, in dem Sie sich persönlich weiterentwickelt haben, innerlich gewachsen sind und auf das Sie deshalb dankbar zurückschauen können? Vielleicht gibt es besonders schöne Erfahrungen, auf die Sie zurückblicken dürfen und die dem Jahr einen eigenen Glanz geben. Oder war dieses Jahr für Sie insgesamt ein eher schwieriges Jahr, auf dessen Rückschau Sie nicht viel Zeit verwenden wollen, um schmerzliche Erinnerungen nicht hochkommen zu lassen?

    Was die gesellschaftliche und politische Bilanz dieses Jahres angeht, brauche ich hier keine Ereignisse aufzählen, die uns bereits in den vergangenen Tagen durch die Medien in Erinnerung gerufen worden sind. Insgesamt drängt sich einem der Eindruck auf, dass die Welt nicht nur bunter und vielfältiger, sondern auch unübersichtlicher, ja ein Stück unberechenbarer geworden ist. Es fällt schwerer als in früheren Jahren, gesellschaftlich und politisch, national wie international einen Konsens zu finden, der gemeinsames Handeln ermöglicht.

    1. Die Synodenumsetzung: im Sprung gehemmt?

    Wie sieht es mit dem Blick auf unser Bistum aus? Mehr als anderthalb Jahre sind seit der Beendigung unserer Diözesansynode vergangen. Die erste Freude darüber, dass das „Projekt“ Synode gelungen ist, hat sich gelegt. Und auch die Zufriedenheit über die Inhalte des Schlussdokuments ist in der allgemeinen Wahrnehmung in den Hintergrund getreten. Jetzt geht es (wieder einmal) um die Frage von pastoralen Räumen und pfarrlichen Strukturen. „Wäre es nicht richtiger gewesen, zuerst die stärker inhaltlich ausgerichteten Beschlüsse der Synode in Angriff zu nehmen? Wird nicht die Synode in dem Schwung, den sie ausgelöst hat, gebremst?“, so wird gefragt. Wir haben uns nach Beratung anders entschieden, und ich glaube, dass das nicht falsch war. Denn in dem Wunsch, zu wissen, wo und wie sich künftig das kirchliche Leben abspielt, zeigt sich, dass dieses Leben nichts Abstraktes ist. Kirchliches Leben ist immer konkret und „verortet“, oder es ist nicht. In diesem Sinn geht es darum, den Boden zu beschreiben und zu bereiten, auf dem kirchliches Leben sich künftig wesentlich ereignen wird.

    Dass der positive Schwung, der viele während der Zeit unmittelbar nach der Synode ergriffen hatte, sich abgedämpft hat, hat für mich zwei Gründe: Zum einen hat die Synode viele ihrer Beschlüsse nicht bis ins Konkrete hinein festgelegt. Sie konnte das auch gar nicht. Vieles ist jetzt zu konkretisieren. Dazu braucht es die geduldige Bereitschaft, sich auf die ganz konkreten Fragen einzulassen, um sie sachgerecht zu beantworten. Zum zweiten spüren wir, dass das Synodendokument, wenn wir es ernst nehmen, tatsächlich ein „Reformdokument“ für die Kirche im Bistum Trier ist. Auch ich selbst spüre mehr und mehr, welche Veränderung die Synode für unsere bisherige Weise des Kirche-Seins darstellt. Deshalb sind Irritationen und Verunsicherungen eigentlich nicht verwunderlich. Sie sind in einem solchen Veränderungsprozess nahezu unvermeidlich.

    Bestimmte Verunsicherungen und Ängste können aber – spirituell gesprochen – auch wirkliche Versuchungen sein. Diese Versuchungen stammen nicht vom Geist Gottes. Denn sie wollen uns abhalten von der Veränderung auf das hin, was wir als Weg des Glaubens erkannt haben. Sie wollen uns ängstigen und uns den Mut nehmen. Diesen Versuchungen müssen wir mit Klarheit entgegentreten.

    2. Ein biblischer Ratschlag gegen die Angst:

    Sich immer wieder an Gottes Machttaten erinnern

    Die Bibel kennt eine Vielzahl solcher Situationen der Versuchung: Die bekannteste ist diejenige aus dem Buch Numeri (13-14): Kurz bevor die Stämme, die lange Jahrzehnte durch die Wüste gewandert sind, in das verheißene Land einziehen, schickt Mose Kundschafter aus, die das Land in Augenschein nehmen sollen. Sie kommen, wie wir wissen, mit einer zwiespältigen Botschaft zurück: Einerseits bestätigen sie, dass das Land, das vor den Israeliten liegt, ein Land ist, in dem Milch und Honig fließen. Andererseits verbreiten einige das Gerücht, dass das Land von Riesen bewohnt und bewacht sei; und sie raten davon ab, den Jordan zu überqueren und das Land in Besitz zu nehmen. Gegenüber den Riesen seien die Israeliten viel zu klein und zu schwach. Dieser Kleinglaube bleibt nicht folgenlos: Einige im Volk sterben und von den anderen werden bis auf wenige Ausnahmen erst die Kinder das verheißene Land kennenlernen.

    Wie oft wird sich diese Situation in der Geschichte Israels noch wiederholen: Wie oft ist das Volk mutlos, hat es Angst vor der eigenen Courage, weil es Gott und seiner Verheißung nicht traut. Doch zu diesem Gift des Kleinglaubens, des Zweifels und der Angst gibt es schon in der Heiligen Schrift des Alten Testaments ein Gegengift. Es heißt: Erinnert euch an die Wunder und Großtaten Gottes, die ihr erleben durftet!

    Die Lesung aus dem ersten Buch der Chronik, die wir eben gehört haben, gibt davon Zeugnis: „Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! Macht unter den Völkern seine Taten bekannt! … Denkt an die Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund! Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham …!“ (1 Chr 16,8.12-13) Und dann zählt der Text konkrete Erlebnisse aus der Geschichte Israels auf: Er erinnert an den Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, an die Verheißung des Landes Kanaan, an den Schutz, den Gott den Israeliten gab, als sie zahlenmäßig noch klein waren …

    Vor allem in den Psalmen kehrt dieses Motiv der Erinnerung immer wieder: Der Psalm 136 ist eine Litanei, die Gott als den Schöpfer preist, als den Herrn der Geschichte und als den, der sich Tag um Tag um seine Geschöpfe kümmert. Großtat um Großtat Gottes wird von den Psalm-Sängern aufgezählt und mit dem dankbaren Refrain quittiert: „Denn seine Huld währt ewig!“ Und natürlich gibt es in den Psalmen für den einzelnen Gläubigen immer wieder den Hinweis: „Seele, vergiss nicht, was der Herr dir Gutes getan hat!“ (Vgl. Ps 103,2)

    Die Grundhaltung, um die es geht, lautet: „Gott, der Herr, hat dich bis hierher geführt. Er hat dir so viele Zeichen seiner Nähe gezeigt. Er wird dir auch weiterhin helfen und dich nicht im Stich lassen. Vertrau‘ ihm!“

    Ignatius von Loyola, der große Meister des spirituellen Lebens (1491-1556), hat diese biblische Haltung in seinen Schriften aufgegriffen, indem er jedem Gläubigen dazu rät, sich täglich eine Zeit zu nehmen, um „Gott, unserem Herrn, Dank zu sagen für die erhaltenen Wohltaten“ (Exerzitienbuch Nr. 43).

    3. Beispiele für Gottes Wirken im Jahr 2017

    Liebe Schwestern und Brüder! Im Sinne einer dankbaren Aufmerksamkeit für Gottes Zeichen und „Wohltaten“ möchte ich mit Ihnen in dieser Stunde einige Erfahrungen teilen, die ich im Laufe des zu Ende gehenden Jahres gemacht habe. Es geht um Erlebnisse aus meinem Dienst als Bischof, in denen sich mir Gottes Wirken gezeigt hat und die mir Mut gemacht haben für den Weg unseres Bistums.

    Vier Erfahrungen möchte ich beispielhaft nennen:

    1.    Im Spätsommer war ich in Koblenz eingeladen zu einer Gebetsnacht, der sogenannten „Prayers Night“, eine Initiative von jungen Leuten. Sie findet in der Herz Jesu-Kirche statt, also in unmittelbarer Nähe der Innenstadt. Ähnlich wie die Bewegung „Nightfever“, die es seit einigen Jahren in unserem Bistum gibt, gestalten die jungen Christen eine Nacht des Gebetes. Sie beginnt mit der Feier der Eucharistie. Dann gibt es über mehrere Stunden die Gelegenheit zur Eucharistischen Anbetung. Aber nicht nur das: zeitgleich wird im Kirchenraum die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und zum Empfang des Bußsakramentes angeboten. Zu diesen Gebetsinitiativen gehört es, dass die Beterinnen und Beter nicht unter sich bleiben, sondern vor der Kirche Menschen aktiv ansprechen und sie einladen, die Kirche zu besuchen. Dazu bieten die jungen Leute den Passanten eine Kerze an, die sie in Verbindung mit einer Bitte, mit einem Dank oder in einem bestimmten Anliegen vor dem Allerheiligsten abstellen können. Die Besucherinnen und Besucher sind darüber hinaus eingeladen, sich segnen zu lassen.

    Zu einer solchen Gebetszeit gehören natürlich auch Musik und Gesang. Sie bestärken die Atmosphäre der inneren Sammlung. Ich fand in Koblenz besonders schön, dass die Gebetsnacht unter anderem unterstützt wurde vom Chor der polnisch-sprachigen Gemeinde in Koblenz. Für mich ein gutes Beispiel gelungener Kooperation. Zugleich ist es ein Zeichen dafür, dass die Gläubigen, die aus anderen Nationen oder sogar aus anderen Kulturkreisen stammen, unser kirchliches Leben bereichern mit ihrer Kultur, ihrer Frömmigkeit, ihrer Lebendigkeit und Herzlichkeit.

    Natürlich, damit die Vielfalt uns bereichert, müssen wir auch investieren: Denn Verschiedenheit bedeutet auch Mühe. Vielfalt – auch in der Kirche – ist nicht zum Nulltarif zu haben. Aber dort, wo das Miteinander gelingt, werden die verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften zu wirklichen „Laboratorien“ für Toleranz und Vielfalt. Und von solchen „Laboratorien“ gibt es in unserem Bistum bereits eine ganze Menge.
    So konnte ich einen Tag zuvor mitten in der Innenstadt von Neuwied die öffentliche Präsentation einer anderen Initiative junger Leute miterleben. Sie machten sich im Zugehen auf die Bundestagswahl mit einer kreativen Aktion gegen Rassismus stark: Mit einem witzigen Logo, das auf einen Bierdeckel passt, luden sie Menschen ein, sich mit einem persönlichen Statement öffentlich gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren. Die gefilmten Statements wurden in den sozialen Netzwerken gespeichert und verbreitet und hatten bis zur Wahl die Zahl von einer Million Abrufen erreicht.

    Ob in Koblenz oder in Neuwied, ob durch das Gebet oder durch politisch-gesellschaftliches Engagement: Junge Leute lassen sich von der Botschaft des Evangeliums inspirieren und haben keine Angst, dies in der Öffentlichkeit zu bekennen und um Unterstützung zu werben: Für mich eine wirkliche Ermutigung im Glauben.

    2.    Eine „Wohltat“ Gottes waren für mich auch die verschiedenen Wallfahrten, an denen ich während des Jahres teilnehmen durfte. Ich denke an die Wallfahrt in Kisselbach auf dem Hunsrück. Ich denke an die Wallfahrt nach Langenfeld in der Eifel. Und ich denke an die beiden Wallfahrten im Saarland: Zur Fatima-Madonna nach Wiebelskirchen und zur großen Jubiläumswallfahrt nach St. Wendel.

    Bei diesen Wallfahrten ist mir wieder einmal die Kraft der Volksfrömmigkeit bewusstgeworden. Man stelle sich vor: An einem Werktagabend kommen in einem kleinen Dorf auf dem Hunsrück mehrere Hundert Menschen von Jung bis Alt zusammen, um mit großer Andacht zu beten, zu singen, auf das Wort Gottes zu hören und ihre Anliegen Maria anzuvertrauen. Dabei ist es nicht so, als ob diese Wallfahrten bloße Zeugnisse der zu Ende gehenden Volkskirche wären. Mancherorts entwickeln sich ganz neue Initiativen und Pilgerwege. Und an den Wallfahrtsorten gibt es nicht nur das klassische Gottesdienstprogramm, sondern auch kulturelle und thematische Begleitveranstaltungen.

    Papst Franziskus weist immer wieder auf die Kraft der Volksfrömmigkeit hin. Achten wir diese Form des kirchlichen Lebens nicht gering! Denn sie hat in aller Regel Wurzeln, die sehr tief reichen. Hier ist nichts am Schreibtisch erdacht. Wallfahrten sind Zeugnisse einer Bereitschaft zum Aufbruch. Deshalb ist es schön, dass das Pilgern Zulauf hat und für viele Menschen zu einer wirklichen Quelle der Kraft für ihr alltägliches Leben geworden ist.

    3.    Das dritte mutmachende Beispiel, von dem ich Ihnen berichten will, wird Sie vielleicht verwundern. Denn es ist die Vielzahl der Reaktionen, die uns zu den Entwürfen für die Gliederung der neuen Pfarreien erreicht hat. Mehr als 3.000 Rückmeldungen wurden ausgewertet. Freilich, viele Zuschriften hatten nicht den Charakter von Fanpost. Es gab zum Teil unsachliche Unterstellungen und Wortmeldungen voller Aggressivität. Dennoch haben mich die Diskussionen der letzten Monate insofern ermutigt, als sie Zeugnis dafür sind, dass Menschen die Kirche, ihre Kirche nicht egal ist. Und das sind nicht wenige. In den Rückmeldungen wird die Energie spürbar, die in unseren Gemeinden vorhanden ist und mit der Gläubige den Weg des Bistums mitgestalten wollen.

    Die letzten acht Monate waren für uns alle auch ein Lernweg im Hinblick auf eine gute Streitkultur. Für mich ist sie nichts anderes als der Wettstreit um die besseren Alternativen. Dazu braucht es die Auseinandersetzung, die auf Augenhöhe geführt wird. Auch das gehört zum Lernprozess der vergangenen Monate. Und: Der Wettstreit ist dann am fruchtbarsten, wenn man sich wechselseitig bis zum Beweis des Gegenteils gute Absichten unterstellt.

    4.    Das letzte Beispiel, das ich nennen möchte, ist die Diskussion um die sechste Bitte des Vater unsers, die Papst Franziskus mit der Bemerkung in einer italienischen Fernsehsendung ausgelöst hat. Gibt die deutsche Übersetzung – „und führe uns nicht in Versuchung“ – wirklich das wieder, worum es Jesus in dieser Bitte geht? Diese Frage wird diskutiert. Die Intensität der Diskussion hat mich überrascht, und die Diskussion ist sicher noch nicht beendet. Wer hätte gedacht, dass die Auseinandersetzung um ein Gebetswort es heutzutage noch bis auf die Titelseiten der Tageszeitungen schafft!

    Mehr noch als die öffentlichen Stellungnahmen dazu haben mich die Mails und Briefe berührt, die Menschen mir geschrieben haben. In einer häufig sehr persönlichen Weise haben mir Gläubige von ihrem Gebet berichtet und von ihrem Gottesbild. Sie haben mich Einblick nehmen lassen in die Geschichte ihres Betens, und haben auch das zum Teil jahrzehntelange Ringen nicht verschwiegen.

    Mir zeigt die Diskussion, dass das Gebet dem äußeren Anschein zum Trotz nach wie vor eine Wirklichkeit auch in unserer westlich-säkularen Welt ist. Ähnliches gilt für die persönliche Auseinandersetzung von Menschen mit Gott. Ist das nicht ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft des Glaubens? Ich meine schon.

    4. Innerkirchliches Ringen als Beitrag für die Gesellschaft

    Die vier genannten Erfahrungen sind nur einige Beispiele, die mir in der aktuellen Situation unseres Bistums Mut machen.

    (Nicht ganz unerwähnt lassen möchte ich die vielen Veranstaltungen und Begegnungen im Jubiläumsjahr zum Gedenken an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren: Die Bestärkung der Gemeinsamkeit unter den Konfessionen, die sich dadurch ergeben hat, gehört für mich auch zu den „Wohltaten“ Gottes im Jahr 2017.)

    Zusammen mit anderem zeigen sie mir, dass der christliche Glaube in unserem Bistum tiefe Wurzeln hat und dass der Geist Jesu Christi auch in unserer Zeit Menschen inspiriert und ergreift. Der Herr ist am Werk, auch heute! Darauf können wir vertrauen. Das dürfen wir nicht übersehen und nicht vergessen! Es gibt keinen Grund, den Untergang der Kirche in unserem Bistum zu beschwören! Wo das geschieht, ist es eine Versuchung, die nicht vom guten Geist ist. Ihr müssen wir wehren. Denken wir stattdessen an die „Zeichen und Wunder“ Gottes, die wir schon erleben durften!

    Liebe Schwestern und Brüder! Zum Schluss noch die selbstkritische Frage: Bin ich mit dieser Silvesterpredigt zu sehr im kirchlichen Binnenraum geblieben? Habe ich mich zu sehr bloß mit dem beschäftigt, was nur kirchliche Insider umtreibt, für die meisten Menschen aber uninteressant ist? Auf den ersten Blick mag das so erscheinen. Aber wenn wir noch einmal auf die Welt schauen, in der wir leben, dann ist es nicht schwer, die Verbindung zu sehen:

    Unsere Welt wird nicht nur pluraler, so hatte ich zu Beginn gesagt, sondern sie wird trotz der Globalisierung auch unüberschaubarer. Konsense zu finden, wird schwieriger. Da scheint es naheliegend, sich als Gruppe oder gar als Nation mehr auf sich selbst zurückzuziehen. Zugleich wächst nicht zuletzt durch die sozialen Netzwerke die Gefahr von überhitzten Reaktionen. Personen und Phänomene werden „hochgeschrieben“, „gehypt“ und dann wieder fallen gelassen, gar aus dem Feld gejagt … In Talkshows kommt es zu Schlagabtauschen, bei denen man die Positionen der Beteiligten längst kennt. Sie werden zum soundsovielten Mal gegeneinandergestellt, ohne dass sich inhaltlich etwas verändert.

    Da können Menschen, die ihren Glauben und ihr Kirche-Sein bewusst leben, ein wohltuendes Ferment – biblisch gesprochen: „Sauerteig“ – für die Gesellschaft sein:

    • Menschen, die nicht nur auf die eigenen Kräfte vertrauen, sondern davon überzeugt sind, dass auch heute Gott am Werk ist (vgl. Joh 5,17) ;
    • Menschen, die nicht dauernd damit beschäftigt sind, sich großzumachen;
    • Menschen, die Veränderungen nicht scheuen, aber zugleich ihre eigenen Wurzeln nicht verleugnen;
    • Menschen, die bereit sind, sich für Andere zu engagieren, ohne im Vorhinein zu wissen, was dabei herausspringt;
    • Menschen, die die fällige Auseinandersetzung nicht scheuen, ohne dabei dem Gegenüber unlautere Absichten zu unterstellen;
    • Menschen, die bereit sind, Fehler zuzugeben und sich zu versöhnen;
    • Menschen, die Abschiede verkraften können, weil sie von der Botschaft des Glaubens her Hoffnung auf die Zukunft haben und deshalb nicht am Bestehenden krampfhaft festhalten müssen;
    • Menschen, die nicht anfällig sind für jede Aufgeregtheit und jeden Hype, weil sie sich von Gott gehalten wissen;
    • Menschen, die aus einer fundamentalen Gelassenheit heraus leben, die etwas anderes ist als Naivität, Desinteresse oder Schläfrigkeit.

    ·         Liebe Schwestern und Brüder! Wenn wir als solche Menschen die Veränderungen und Herausforderungen angehen, in denen wir als Bistum stehen; wenn wir als Kirche zeigen: Ja, bei uns gibt es Verschiedenheit, unterschiedliche Perspektiven, auch Kontroversen und Streit um die besseren Alternativen, aber bei uns gibt es ebenso das Interesse aneinander, die Bereitschaft, zuzuhören, sich zu versöhnen und sich um einen Konsens zu bemühen, dann leisten wir damit einen positiven Beitrag für das Zusammenleben in der Gesellschaft und in der Welt von heute. Und dann sind wir Kirche, wie sie sich das Zweite Vatikanische Konzil vorgestellt hat: als Zeichen und Werkzeug für die Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit (LG 1).

    ·         Dazu gebe uns der Herr auch im Neuen Jahr seinen Segen!

     

  • Hirtenwort zu österlichen Busszeit - Bischof Dr. Staephan Ackermann Mit Jesus „Vater unser“ beten

    Hirtenbrief zur österlichen Bußzeit

    Mit Jesus „Vater unser“ beten

    Liebe Schwestern und Brüder,                                               

    wir stehen wieder am Beginn der vierzigtägigen Vorbereitungszeit auf Ostern. Das Evangelium des 1. Fastensonntags erzählt davon, dass der Geist Gottes Jesus vor Beginn seines öffentlichen Wirkens in die Wüste treibt, wo er vom Satan in Versuchung geführt wird. Vielleicht hören wir das Evangelium über die Versuchung Jesu dieses Mal mit einer besonderen Aufmerksamkeit.

    Denn seitdem Papst Franziskus sich bei einem italienischen Fernsehsender zur sechsten Bitte des Vaterunsers geäußert hat, wird darüber diskutiert, wie diese Gebetsbitte Jesu zu verstehen ist. Während wir im Deutschen, aber z. B. auch im Englischen und im Italienischen beten: „und führe uns nicht in Versuchung“, zieht der Papst die Formulierung vor: „und lass uns nicht in Versuchung geraten“. Sie entspräche mehr dem Gott, den Jesus Christus verkündet hat, so der Papst.

    Angeregt durch diese Diskussion haben mich in den letzten Wochen eine Reihe von Mails und Briefen erreicht, in denen Menschen mir zum Teil sehr persönlich von ihrer Gebetserfahrung und von ihrem Gottesbild berichtet haben. Einige teilen die Ansicht des Papstes, die Bitte umzuformulieren und so die Barmherzigkeit Gottes herauszustellen, zu dem es nicht passe, dass er die Menschen in Versuchung führt. Andere wiederum baten, mich dafür einzusetzen, dass diese Bitte nur ja nicht verändert und das Vaterunser leichtfertig „geglättet“ werde. Auch aus ökumenischer Sicht ist diese Frage gut zu bedenken, beten wir doch im Deutschen über die Konfessionsgrenzen hinweg mit denselben Worten.

    „Lasst uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat“

    „Lasst uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat“, so lautet eine der Gebetseinladungen zum Vaterunser, die unser Messbuch vorsieht. Durch diese Formulierung wird das Gebet in besonderer Weise an den Wortlaut Jesu zurückgebunden. Schauen wir also auf diesen Wortlaut, wie er uns von Matthäus und Lukas in ihren Evangelien überliefert ist. Obwohl beide griechischen Textfassungen des Vaterunsers sich in manchem unterscheiden, benutzen sie bei dieser Bitte dieselben Formulierungen. Das entscheidende Wort, das sie verwenden, heißt auf Deutsch: „hineintragen“, „hineinbringen“. Damit ist eindeutig, dass es hier nicht um eine Sache geht, in die ich wie zufällig hineingerate, sondern um eine Situation, in die ich hineingeführt werde.

    Und führe uns nicht in Versuchung“ ist die getreue Übersetzung des griechischen Originals. Und da diese Wendung auf die älteste Sammlung von Jesusworten zurückgeht, dürfen wir annehmen, dass sie das wiedergibt, was auch das Aramäische, die Muttersprache Jesu, ausdrücken wollte. Sicher, eine Übersetzung stößt immer an Grenzen. Sie ist in einem gewissen Sinn immer schon eine Interpretation. Darum ist es wichtig, den Zusammenhang zu betrachten, in dem Jesus diese Bitte gesprochen hat.

    Wie Jesus selbst ist auch das Vaterunser verbunden mit der Glaubenserfahrung des Volkes Israel. Wir finden sie in den Schriften des Alten Testaments. Dort ist an vielen Stellen davon die Rede, dass Gott seine Frommen auf die Probe stellt. Schon Adam und Eva wird der Baum der Erkenntnis, von dem sie nicht essen dürfen, buchstäblich vor die Nase gepflanzt. Sie können der Versuchung nicht widerstehen und werden zur Strafe aus dem Paradies vertrieben. Denken wir an Abraham, der in seinem Gehorsam erprobt wird, indem er seinen einzigen Sohn opfern soll. Oder an Hiob, der sein Vertrauen zu Gott nicht aufkündigt, obwohl ihm alles genommen wird. Hier wird die Versuchung sogar positiv gesehen: Sie stärkt das Vertrauen in Gott, indem sie den Menschen vor Herausforderungen stellt, in denen er sich im Glauben bewähren und reifen kann.

    Vielleicht kennen Sie, liebe Schwestern und Brüder, solche Situationen der Erprobung aus Ihrem eigenen Leben. Damit meine ich Herausforderungen oder Krisen, an denen Sie letztendlich gewachsen und reifer geworden sind. Wenn der Psalmist beten kann:

    „Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich. Prüfe mich auf Herz und Nieren“ (Ps 26,2), dann legt er es förmlich darauf an, versucht zu werden, um sich im Glauben bewähren zu dürfen.

    Vertrauen auf Gottes Hilfe

    Können wir Gott gegenüber eine solche Selbstsicherheit haben? Der Begriff der Versuchung ist für uns doch eindeutig negativ belegt. Wer in Versuchung geführt wird, der wird vom Guten abgebracht und zum Bösen verführt. Papst Franziskus hat Recht, wenn er sagt, dass Gott so etwas nicht tut. Gott spielt nicht mit dem Menschen. Gott will den Menschen nicht zum Bösen verführen. Aber wenn Gott der Allmächtige ist, dann sind auch die Situationen der Versuchung im Tiefsten von ihm mitgetragen. Wie das geht, ist für uns letztlich ein Geheimnis. Deshalb erinnert uns die sechste Vaterunser-Bitte auch daran, dass Gott all unser menschliches Verstehen übersteigt. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege“, heißt es beim Propheten Jesaja (Jes 55,8).

    Und Menschen fragen sich ja, ob die schlimme Lebenssituation, in der sie stecken, ursächlich mit Gott zusammenhängt oder warum er sie denn zugelassen hat.

    Jesus selbst hat diese Erfahrung der Prüfung im Garten Getsemani durchgemacht. Deshalb kann der Hebräerbrief von Jesus sagen: Er ist „in allem wie wir in Versuchung geführt worden“ (Hebr 4,15). Versuchung ist die Gefahr, aufgrund von Not, Krankheit, Einsamkeit, Verzweiflung und Todesangst an allem irre zu werden, was mir bisher im Leben Halt gegeben hat: an meinem Glauben, meiner Hoffnung, meiner Liebe. Jesus kennt diese existenzielle Herausforderung, in der ein ganzes Leben zu scheitern droht. Wer betet: „und führe uns nicht in Versuchung“, der bittet darum, an Gott nicht irre zu werden. Damit aber bringt er zugleich sein Vertrauen zu Gott zum Ausdruck: Er traut Gott zu, ihn zu bewahren. Darum nennt er ihn auch Vater.

    Reich Gottes und Kreuz

    In eine solche Situation treibt der Geist Jesus am Beginn seines öffentlichen Wirkens. In der Wüste soll Jesus sich seines Auftrags gewiss werden; er soll sich entscheiden. Anders als die Evangelisten Matthäus und Lukas erzählt Markus nicht, wie Jesus der Versuchung durch den Satan widerstanden hat. Aber das erste Wort aus Jesu Mund macht deutlich, wie er sich entschieden hat: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Das ist die Kernbotschaft des Evangeliums. Mit Jesus bricht dieses Reich Gottes in der Welt an. Und wie geschieht das? Indem Jesus sich den Armen zuwendet, den Schwachen, den Sündern, denen also, die durch ihre Lebenssituation besonders in der Gefahr stehen, an Gott zu verzweifeln. Jesus heilt. Er vergibt Sünden. Er treibt Dämonen aus. Damit zeigt er, dass Gottes Macht stärker ist als das Böse. Und doch gibt es in unserer Welt bis heute immer noch genügend Situationen der Versuchung: Krieg, Terror, Hunger, Leid, aber auch persönliche Enttäuschungen, Krisen und Rückschläge, an denen man irrewerden kann. Das Reich Gottes ist bis heute nicht vollendet. Deshalb beten wir immer noch um sein Kommen.

    Der ärgste Prüfstein des Glaubens aber ist das Kreuz. Es ist Grund genug, an Gottes Macht und Gegenwart zu zweifeln. „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“, so ruft Jesus am Kreuz (Mt 27,46). Gerade dadurch aber ist das Kreuz für uns zugleich das Zeichen der Hoffnung. Denn Jesus ist nicht an Gott irregeworden, auch wenn sein Gebet im Sterben ein Gebet der Klage ist. Aber Jesus hat der Versuchung widerstanden, sich in der Situation der größten Prüfung von Gott abzuwenden.

    Das hat er nicht nur für sich getan, sondern stellvertretend für all jene, die dazu nicht die Kraft haben. So ist Gott noch in den Abgründen unseres Lebens da und lässt sich finden als Heiland und Erlöser.

    Als Kinder Gottes dem Bösen widerstehen

    Liebe Schwestern und Brüder!

    Das Osterfest, auf das wir zugehen, ruft uns jedes Jahr neu unsere Taufe in Erinnerung. In der Feier der Osternacht werden wir dem Bösen widersagen, unseren Glauben an Gott bekennen und dann mit dem neu geweihten Taufwasser besprengt werden. Der heilige Cyprian von Karthago ( † 258) interpretiert das Vaterunser von der Taufe her. Er sagt: „Der neue, wiedergeborene … Mensch sagt zu Gott als erstes: ‚Vater’, weil er bereits angefangen hat, sein Sohn [und seine Tochter] zu sein“ (Domin. or. 9). Das ist die Entscheidung, die uns in diesen 40 Tagen der Fastenzeit abverlangt wird: der Versuchung zum Bösen zu widerstehen und uns für Gott, unseren Vater, zu entscheiden. Wir können es. Denn durch die Taufe haben wir bereits angefangen, Kinder Gottes zu sein. Ich lade Sie ein, die Wochen der Vorbereitung auf Ostern als eine Zeit des Gebetes zu nutzen und im Glauben zu wachsen. Das Vaterunser mit seinen einzelnen Bitten kann uns dazu ein guter Leitfaden sein. Von Frère Roger Schutz, dem Gründer der Gemeinschaft von Taizé, stammt das schöne Wort:

    „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist.

    Aber lebe es.“ Wenn wir diesem Rat folgen, dann wächst das Reich Gottes in dieser Welt und mit ihm die Kraft, der Versuchung zu widerstehen.

    Dazu segne Sie alle der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

    Ihr

    Dr. Stephan Ackermann

    Bischof von Trier

     

  • Heute schon die Welt verändert? Fastenaktion Misereor

    Wer sagt aber überhaupt, dass wir gefordert sind, die Welt zu verändern? Hat Gott sie nicht gut geschaffen? Mit der Fastenaktion 2018 sagen die Kirchen in Deutschland und in Indien gemeinsam: Doch, die Welt braucht Veränderung. Im Vertrauen auf die Zusage Gottes kann die Menschheit einen anderen Weg einschlagen. Wir laden Sie mit der Fastenaktion ein, mit uns diesen Weg zu gehen. Menschengemachter Hunger, Ausgrenzung und Umweltzerstörung sind nicht hinnehmbar. In jedem der mehr als 815 Millionen Menschen, die hungern, wird die Würde der Schöpfung Gottes verletzt. Mit einem Lebensstil und einer Wirtschaft, die den Klimawandel anheizen,

    Erde und Wasser unbrauchbar machen, wird die Schöpfung Gottes verletzt. Die Sorge um das gute Leben aller Menschen und die Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen verlangen nach Umkehr - so die gemeinsame Überzeugung MISEREORs in Deutschland und der Kirche in Indien. Die Welt braucht Veränderung! Und es eilt! Jede und jeder kann allein und mit anderen beginnen, die Welt zu verändern. Als Christen und Christinnen dürfen wir darauf hoffen, dass Gott uns auf unseren persönlichen und gemeinsamen Wegen zu Gerechtigkeit und Umweltschutz mit seinem Geist begleitet. Das feiern und darum beten wir.

  • DIE ZEIT IST ERFÜLLT. DAS REICH GOTTES IST NAHE. KEHRT UM. GLAUBT AN DAS EVANGELIUM.

    Diese vier kurzen Sätze prägen den Beginn des Evangeliums von Markus.

    Ansage: Die Zeit ist erfüllt. Zusage: Das Reich Gottes ist nahe. Aufforderung: Kehrt um. Ermutigung: Glaubt an das Evangelium. Hier wird die Richtung gewiesen für ein ganzes Leben in der Nachfolge von Jesus, dem Christus, dessen frohe Botschaft verkündet wird.

    In diesen vier Sätzen steckt das Grundanliegen MISEREORs.

    Die Fastenzeit und die Fastenaktion sind ein guter Anlass, unser Leben, die Aktivitäten unserer Gruppen und Gemeinden und unsere Arbeit als MISEREOR wieder neu in die Spur Jesu zu bringen. Sein solidarisches Erbarmen mit der großen Menge des Volkes (“misereor super turbam”, Mk 8,2) beginnt mit diesen vier Sätzen, die uns bis heute herausfordern.

    „Die Zeit ist erfüllt“

    In unserem Kontext weist uns dieser Satz auf die Dringlichkeit des Handelns hin. Abwarten und Hinausschieben sind unmöglich. Jetzt ist die Zeit, die Umkehr zu beginnen, jetzt ist die Zeit zu handeln. Das betrifft insbesondere die häufigen Situationen der direkten Nothilfe. Wenn Menschen zu verhungern drohen, wenn ihnen durch eine Naturkatastrophe ihre Lebensgrundlagen entzogen wurden, wenn sie durch Terror, Krieg und Gewalt vor dem blanken Nichts stehen, dann ist jetzt die Zeit zu handeln. „Die Armen haben keine Zeit“, sagen sie in Lateinamerika. Die Dringlichkeit bringt uns an ihre Seite.

    „Das Reich Gottes ist nahe“

    Das Reich Gottes kommt durch konkrete Verbesserungen des Lebens mitten in unsere Welt. Die vielen tausend Projekte, die MISEREOR mit seinen Partnern in Asien, Afrika und Lateinamerika durchführt, sind solche Orte, an denen das Reich Gottes erfahrbar wird: Es kommt, wenn - in den Worten von Papst Franziskus - „keine Familie ohne ein Dach über dem Kopf, kein Bauerohne Land und keine Arbeiterin ohne Rechte“ bleibt. Dafür unterstützt MISEREOR Projekte. Durch sie kommt Gottes neue Welt, das Reich Gottes; nicht vollständig; in kleinen Schritten, in Brüchen und unvollkommen. Aber es kommt als etwas Neues. Die Frage ist, ob wir es merken und dann mit unseren Kräften einsteigen, anpacken und es weiterentwickeln.

    „Kehrt um“

    Dieser Aufruf richtet sich an uns alle. MISEREOR nimmt ihn für sich wahr und sucht in ständigen Prozessen die Solidaritätsarbeit zu verbessern und weiterzuentwickeln. MISEREOR gibt diesen Aufruf weiter an viele einzelne, die sich an der Fastenaktion beteiligen; ebenso an Staat und Gesellschaft durch die Aufforderung, die Menschenrechte zu achten und eine menschenfreundliche und armutsüberwindende Politik zu machen. MISEREOR ist Anwältin der Stummgemachten und Ausgeschlossenen und will die ans Licht bringen, die im Dunkeln übersehen werden. Ein anderes Wort für Umkehr ist „Transformation“. Die Welten der Armen und die ganze Schöpfung schreien nach einer großen Transformation, einer großen Umwandlung. Hier ist MISEREOR Bündnispartnerin vieler anderer Organisationen und sucht gerade in der Fastenzeit nach neuen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, denen die Zukunft der Erde nicht gleichgültig ist.


    „Glaubt an das Evangelium“

    Die Umkehr geht von einer guten Nachricht aus: Tod und Auferstehung Jesu haben die Macht der Sünde gebrochen: Tod und Auferstehung haben die Macht des Wegsehens und Weghörens, des „Weiter so“ durchbrochen. Eine neue Welt ist möglich. Das ist der Kern des Osterglaubens, den wir nach der Fastenzeit erneuert empfangen dürfen. Die Umkehr endet in einer guten Nachricht: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben, und es in Fülle haben“ (Joh 10,10), versprochen ist uns „ein neuer Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt“ (2 Petr 3,13). In Laudato si’ sagt Papst Franziskus: „Es wird nicht möglich sein, sich für große Dinge zu engagieren allein mit Lehren, ohne eine ,Mystik‘, die uns beseelt, ohne ,innere Beweggründe, die das persönliche und gemeinschaftliche Handeln anspornen, motivieren, ermutigen und ihm Sinn verleihen‘.“ (LS 216) Er fordert eine integrale, ökologische Spiritualität. In den Worten Jesu: „Glaubt an das Evangelium“.

    Der Bogen ist gespannt:

    Von der ganz persönlichen Konsequenz im eigenen Verhalten bis zur großen Transformation, der großen Umwandlung unserer Welt in Orte der Gerechtigkeit und der Nachhaltigkeit. Von der direkten Krisenhilfe zum politischen Engagement für gerechte Rahmenbedingungen. Von den klugen und direkten Projekten der Entwicklungszusammenarbeit zur großen Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde. In diese Spannungsbögen hinein versetzt uns Gott. In diesen Spannungsbögen arbeitet, auch dank Ihrer Unterstützung, MISEREOR. Spannungen erzeugen Leben und Lebendigkeit. Das neu zu begreifen, dem nachzuspüren und sich darauf praktisch einzulassen, dazu dient die Fastenaktion in der Fastenzeit.

  • Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht

  • Wir gegen Rassismus

    so lautet das Motto einer Jugendaktion im Bistum Trier; eine Aktion, die sich gegen Rassismus und für Toleranz in unserer Gesellschaft stark machen will.

    Wir werden dazu am Freitag, den 08. September nachmittags auf dem Luisenplatz in Neuwied einen Aktionstag veranstalten und bis zur Bundestagswahl über die Aktionshomepage www.wir-gegen-rassismus.de sowie die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram zum Mitmachen aufrufen. Ziel ist eine Fotocollage, für die sich Jugendliche mit dem Aktionslogo gegen Rassismus ablichten lassen. Durch die Portraits entsteht am Ende der Aktion das Logo aus vielen hundert oder gar tausend Einzelbildern wie ein Mosaik neu – Menschen zeigen so ihr Gesicht gegen Rassismus.

    Am Aktionstag in Neuwied wollen wir zudem Passanten auffordern, an der Aktion ebenfalls teilzunehmen und Farbe zu bekennen.

    Wir möchten damit vor der Bundestagswahl zeigen, dass Kirche sich gegen Rassismus positioniert und sich für eine demokratische Gesellschaft einsetzt.

    Bunt und barmherzig – so wollen wir miteinander leben.

    „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk 12, 31):

    Für uns eine hochaktuelle Botschaft.

    Zudem planen wir den Aktionstag mit Jugendbands aus der Region sowie einer Band, in der Einheimische und Flüchtlinge gemeinsam musizieren. Die Materialien zur Aktion erhältst du in der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Koblenz (Bierdeckel, Sticker und Roll up), bitte wende dich hierzu an wirgegenrassismus@bistum-trier.de oder du lädst das Aktionslogo ganz einfach auf dieser Webseite herunter und nutzt es für dein Foto.

    So kannst du uns unterstützen: Kennst auch du Personen, Jugendgruppen, Schulen, etc., die sich an der Aktion beteiligen wollen? Wir würden uns sehr darüber freuen, da es unser Ziel ist, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Aktionslogo wird auf Stickern, einem Roll-Up und auf Bierdeckeln abgebildet, um die Aktion zu bewerben. Über Instagram und Facebook wurden zudem Seiten eingerichtet, die täglich eine Person über 18 Jahren zeigt, die sich mit dem Logo positioniert und ein Statement abgibt, warum sie gegen Rassismus ist.

    Ganz wichtig sind uns die Bildrechte der Einzelnen und der Schutz vor Cybermobbing bzw. einem Missbrauch der Bilder.

    Daher haben wir in Absprache mit einer Anwaltskanzlei Standards für die Umsetzung festgelegt, die eingehalten werden müssen. Wir freuen uns auf deine Fotos und/oder deinen Besuch zum Aktionstag in Neuwied.

  • Die Schöpfung im Blick

    Die Klimainitiative ENERGIEBEWUSST des Bistums Trier ist seit einigen Jahren aktiv, um Energieverbräuche und -kosten in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen dauerhaft zu senken. Bis 2021 will das Bistum die CO2-Emissionen um 30 Prozent reduzieren, bis 2040 um 50 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 2010. Dieses Anliegen ist auch ein Auftrag der Synode. Deshalb ist es wichtig, weitere Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen als Teil der Klimainitiative zu gewinnen und damit auch weitere Energie-Beauftragte vor Ort. Nach erfolgreichen Schulungen von ehrenamtlichen Energiebeauftragten in Koblenz, Püttlingen und Trier im Frühjahr stehen jetzt neue Schulungstermine für interessierte Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen fest. Es werden dabei Themen behandelt wie die Rolle des Energiebeauftragten oder eines Energieteams, veränderbare Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch und Basiswissen im Anlagenbetrieb (Heizung). Thematisiert werden wird auch der Ablauf eines Energie-Checks sowie der Klima-Fonds und weitere Förderinstrumente. Denn, wer einen Energie-Beauftragten benennt, profitiert vom Anreizsystem beim Klima-Fonds des Bistums Trier. Hier werden Energie-Checks und die Umsetzung gering-investiver Maßnahmen gefördert.

    Termine:

    1. Koblenz: Samstag, 02. September 2017, 10 bis 16 Uhr, Medienladen Koblenz/Kurt-Esser-Haus, Markenbildchenweg 38, 56068 Koblenz
    2. Trier: Samstag, 09. September 2017, 10 bis 16 Uhr, Pfarrsaal St. Michael, Am Mariahof 37, 54296 Trier
    3. Püttlingen: Samstag, 23. September 2017, 10 bis 16 Uhr, Geistliches Zentrum Püttlingen, Völklinger Str. 197, 66346 Püttlingen

    Referentin: Dipl.-Ing. (BA) Eva-Maria Kiefer / Leitung: Charlotte Kleinwächter, Klimaschutzmanagerin des Bistums Trier

    Kostenbeitrag für Verpflegung: 20 €, weitere Kosten entstehen keine, Anfahrt muss selbst organisiert und finanziert werden.

    Anmeldeschluss für alle Termine ist der 25. August

    Infos unter www.energiebewusst.bistumtrier.de, Charlotte Kleinwächter, Telefon (06 51) 71 05-5 64, E-Mail: energiebewusst(at)bistum-trier.de.

  • Von der Liebe geleitet die Wahrheit bezeugen

    Trier/Völklingen – Einen Festtag für das ganze Bistum: So hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den Tag der Priesterweihe am 08. Juli genannt. Dass „der Herr der Kirche Sorge trägt für sein Volk“, zeige sich an Florian Dienhart, Thomas Hufschmidt und Frederik Simon, die Gottes Ruf folgen und sich als Priester in seinen Dienst stellen. Das Außergewöhnliche: Alle drei stammen aus dem Dekanat Völklingen.

    So fest in saarländischer Hand dürfte der Trierer Dom lange nicht gewesen sein. Mit Bussen, Zug und Autos hatten sich rund 500 Menschen schon am frühen Morgen auf den Weg gemacht, um in dem Hohen Dom zu Trier die Priesterweihe der drei Diakone mitfeiern zu können. Besonders stark vertreten war natürlich das Dekanat Völklingen, das zur Feier des Tages für die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes sorgte. Gemeinsam mit Domorganist Josef Still und der Schola des Trierer Priesterseminares musizierte der Projektchor des Dekanates unter Leitung von Maximilian Rajczyk mit Andreas Mehs an der Chororgel.

    „Ein mutiges Wort“

    „Von der Liebe geleitet die Wahrheit bezeugen“ – dieses Zitat aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser hatten die Kandidaten als Weihespruch ausgewählt.

    „Ein mutiges Wort“, wie Bischof Ackermann feststellte. In der Regel seien die Menschen doch sehr zurückhaltend, wenn von der Wahrheit die Rede sei. Gibt es sie überhaupt, die eine Wahrheit, oder ist sie nicht so vielfältig wie die Menschen? Welches Unheil hätten nicht Menschen über die Welt gebracht, die für sich den Besitz der Wahrheit in Anspruch nahmen, sagte Ackermann.

    Aber es gebe auch eine tiefe Sehnsucht im Menschen, nicht getäuscht zu werden, seine eigene Lebensüberzeugung eingebettet zu wissen in der Wahrheit der Welt. Die Frage nach dem, was dem Leben dient und schadet, die Frage nach dem, was wahr ist, sei nicht auszurotten. „Da hilft uns Jesus, wenn er klipp und klar sagt, dass er in die Welt gekommen ist, um über die Wahrheit Zeugnis abzulegen, und an anderer Stelle sogar sagt, dass er die Wahrheit selber ist“, betonte der Trierer Oberhirte.

    Die Weihekandidaten seien bereit, sich in den Dienst dieser Wahrheit zu stellen. Dabei sei die Wahrheit, die die Kirche verkünde, keine „geheime Weltformel oder Welterklärungstheorie“, wie Ackermann feststellte. Die Wahrheit Jesu komme auf den Menschen zu, ergreife ihn mehr, als dass er sie begreife. Genau das hätten die drei Männer in ihrem Leben schon erlebt. Bevor sie anfingen, darüber nachzudenken und Theologie zu studieren, seien sie schon ergriffen gewesen von Christi Wahrheit, die „uns nicht von uns selber entfremdet, sondern uns unser Leben, den Sinn der Welt, den Sinn von Leben und Tod besser begreifen lässt“. Es sei eine Ur-Erfahrung priesterlicher Berufung, aber auch jedes christlichen Lebens, immer wieder Momente zu erleben, „in denen ich ergriffen bin, wo mir diese Wahrheit aufblitzt und ich spüre: Die Botschaft Jesu ist wahr für mich und für die Welt“. Diese Gottesbegegnung könne wie an diesem Morgen durch ein Wort oder einen Gesang im festlichen Gottesdienst ebenso passieren wie durch die Begegnung mit einem Menschen oder auch im stillen Gebet. Sie geschehe auch nicht „gewalttätig“, sondern von der Liebe geleitet. „Deshalb gehören Liebe und Wahrheit zusammen, sind in Jesus ein“, stellte Ackermann fest: „Die Liebe ohne Wahrheit wird blind, Wahrheit ohne Liebe aber wird kalt, hart und grausam.“

    Unverzichtbarer priesterlicher Dienst

    In Bezug auf die Lesung aus dem Epheserbrief nahm der Bischof das Ziel des apostolischen Dienstes in den Blick: Die Getauften sollen mündige Christen sein.

    Im Sinne des Glaubens heiße das nicht, sich so weit zu emanzipieren, dass man die Kirche nicht mehr brauche. Vielmehr brauche es das Zusammenwirken aller Glieder. „Und da ist der Dienst der Priester unverzichtbar“, betonte Bischof Ackermann. Mündiges Christsein bedeute, „in Jesus verwurzelt und eingebettet in die Gemeinschaft der Kirche zu sein und in Liebe die Wahrheit zu verkünden“. „Habt also keine Angst vor mündigen Christen, sondern helft vielmehr mit, dass viele es werden können“, rief der Bischof den Kandidaten zu und appellierte an die Gemeinde: „Lassen Sie die Priester auch im Alltag spüren, dass Sie sie annehmen in ihrem Dienst, aus dem wir alle als Christen leben.“

    Mit den Zeichen von Handauflegung, Anlegen der Gewänder und Salbung der Hände, dem Überreichen von Hostienschale und Kelch sowie dem Aufnahmegruß wurde die Weihe von Florian Dienhart aus der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg-Köllerbach, Thomas Hufschmidt aus der Pfarreiengemeinschaft Völklingen und Frederik Simon aus der Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt zu Priestern im Bistum Trier vollzogen. Die neuen Kapläne werden eingesetzt in den Pfarreiengemeinschaften Saarburg, Sinzig und Vorderhunsrück.

    Herzlichen Applaus spendeten die Gottesdienstteilnehmer sowohl den vielen angereisten Ministranten, „dem großen Schatz in unseren Gemeinden“, wie der Bischof hervorhob, als auch den drei Neupriestern aus dem Dekanat Völklingen. „Das darf wiederholt werden“, sagte Ackermann in Richtung des Völklinger Dechanten Franz-Josef Werle. In den vergangenen vier Jahren sei jeweils ein Neupriester aus der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg gekommen, informierte Werle im Anschluss an den Gottesdienst. Er sei heute „sehr froh“ und sicher, dass die drei neuen Priester „unsere großartige Botschaft gut zu den Menschen transportieren werden“.

    Bilder und Kurz-Bios der Neupriester – (Quelle: www.bistum-trier.de)

  • Das Wort zum Sonntag

    Pfr. Dec. Benedikt Welter

    "Hochaktuell und kurzweilig", wenn Pfarrer Benedikt Welter immer wieder den Heiligen Ignatius ins Spiel bringt.